Mercedes-Benz JuniorCup: Der beste Spieler ist geknickt

Gerd „Capo“ Riehm, der während des Junior Cups stets mit seinem Sportgeschäft im Glaspalast vertreten ist, wusste es schon am Samstagnachmittag: „Die Nummer 44 von Rapid Wien ist der beste Spieler.“ Die Fußball-Legende des GSV Maichingen sollte recht behalten. Am Sonntag wurde der erst 15-jährige gebürtige Türke Yusuf Demir verdientermaßen als bester Spieler des diesjährigen Turniers ausgezeichnet. Freuen konnte sich der quirlige Linksfuß darüber aber nicht. Mit Rapid hatte er das Endspiel gegen den FC Liverpool mit 2:3 verloren. „Ich würde diese Auszeichnung, die ich meinem Team zu verdanken habe, sofort gegen den Turniersieg hier eintauschen“, war das Wiener Top-Talent sichtlich geknickt.

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Auch wenn er einen Treffer im Finale erzielen konnte, scheiterten Yusuf Demir und seine Mannschaftskameraden immer wieder an Vitezslav Jaros, den Tausendsassa zwischen den Pfosten der Engländer. Der gebürtige Tscheche wurde folgerichtig zum besten Torwart des Turniers ernannt. Den Fair Play-Preis nahmen Alessandro Castro und der Atlanta United Football Club mit nach Hause.

Michael Klauß ließ es sich natürlich nicht nehmen, im Sindelfinger Glaspalast vorbeizuschauen. Der Oberliga-Kicker der Stuttgarter Kickers erinnert sich gerne an früher zurück. „Ich weiß noch ganz genau, wie wir damals als Kinder auf große Autogrammjagd gegangen sind. Es ist toll, auf welche professionelle Art und Weise sich das Turnier entwickelt hat. Der besondere Charme von früher hatte aber auch etwas für sich“, sagte der Maichinger.

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Holzgerlingens Trainer Martin Oßwald und sein Co-Trainer und Torhüter Malte Bonertz verfolgten die Spiele gemeinsam von der Tribüne aus. „Ich habe früher ja zweimal als Torwart mit dem VfB Stuttgart beim Junior-Cup mitgespielt. Das war damals schon toll. Durch die TV-Live-Übertragung wurde das Turnier noch einmal deutlich aufgewertet. Es ist schon überragend, welche Plattform den Jungs hier geboten wird.“ Martin Oßwald, bekanntermaßen ein Freund des Hallenfußballs, goss Wasser in den Wein: „Es ist schon eine sehr traurige Geschichte, wenn ein solches Traditionsturnier wie das in der Böblinger Murkenbachhalle mangels Teilnehmer ausfällt. Wir freuen uns nun auf unsere Teilnahme bei der Hallengala.“

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Für Titelverteidiger Hertha BSC verlief das Turnier sehr enttäuschend. Am Ende mussten sich die Berliner mit dem siebten Platz zufriedengeben. „Für mich ist die Platzierung kein Beinbruch. Der lustlose Auftritt beim 0:4 im Zwischenrundenspiel gegen den VfB Stuttgart hat mich aber gestört. Man kann verlieren, keine Frage, aber der Einsatz sollte schon stimmen. Den habe ich in diesem Spiel absolut vermisst“, sagte Hertha-Trainer Michael Hartmann.

Beim Junior Cup 2018 hatte Berlins Arne Maier dem Turnier seinen Stempel aufgedrückt. „Bei Arne sieht man, was möglich ist, wenn man den absoluten Willen hat. Talentiert sind viele, den Unterschied macht der Kopf aus“, sagte Michael Hartmann. Im Spiel um Platz 7, beim 3:2-Sieg gegen Atlanta United, zeigten sich die Berliner dann deutlich formverbessert. „Das war die richtige Reaktion von den Jungs“, war auch der viermalige deutsche Nationalspieler zufrieden.

Bild: Ehre, wem Ehre gebührt (von links): Der fairste Spieler Alessandro Castro, bester Torhüter Vitezslav Jaros und der beste Spieler Yusuf Demir. Bild: automotorart

Quelle: SZBZ Online