Fußball (Männer): Der VfL ist im Angriff viel zu harmlos

Maik Schütts banger Blick auf die Uhr: Nach dem 0:2 beim TSV Ilshofen steckt der VfL Sindelfingen mitten im Abstiegskampf der Fußball-Verbandsliga. Nur noch das bessere Torverhältnis trennt die Blau-Weißen vom unteren Relegationsplatz. Bild: Photo 5/A

Rückschlag für den VfL Sindelfingen: Beim Aufstiegskandidaten TSV Ilshofen unterlag die Mannschaft von Maik Schütt aufgrund fehlender Durchschlagskraft in der Offensive mit 0:2. Vier Spieltage vor dem Saisonende in der Verbandsliga trennt den VfL nur die bessere Tordifferenz vom unteren Relegationsplatz.

Beim TSV Ilshofen kann man verlieren. Darin waren sich die Verantwortlichen des VfL Sindelfingen bereits vor dem Spiel einig. Nach den 90 Minuten hatte der VfL die Partie beim Aufstiegskandidaten auch verloren, jedoch war aus der Analyse von Trainer Maik Schütt und seinem Sportlichen Leiter Thomas Dietsche deutlich herauszuhören, dass „diese Niederlage nicht hätte sein müssen. Wir haben verdient verloren, aber wir haben heute nichts zu Ende gebracht“. Vor allem mit dem eigenen Offensivspiel war Maik Schütt gar nicht zufrieden. „Da lief so gut wie gar nichts zusammen, weil wir nicht präzise genug gespielt haben.“

An der Genauigkeit fehlte es das erste Mal in der 10. Minute, als sich Lars Jäger über links durchtankte, scharf nach innen gab, dabei aber seinen Sturmpartner Oliver Glotzmann um Haaresbreite verpasste. Sindelfingen spielte vom Anpfiff weg mutig auf und wollte nachhaltig zeigen, dass die 2:7-Klatsche im Viertelfinale des WFV-Pokals an selber Stelle nur ein Ausrutscher war.

Syla zielt knapp daneben

Die Anfangsphase gehörte klar den Gästen, die es aber versäumten in Führung zu gehen. Ganz nah dran war in der 22. Minute Endrit Syla, der aus halblinker Position mit einem Schlenzer das lange Eck anvisierte, aber knapp vorbeizielte. „Ein strammer Schuss wäre in dieser Situation die bessere Wahl gewesen“, ärgerte sich Thomas Dietsche über die vergebene Möglichkeit.

Der Ärger des Sportlichen Leiters des VfL war noch gar nicht richtig verraucht, da lagen seine Mannen schon in Rückstand. Im direkten Gegenzug bediente Ilshofens Andrey Nagumanov seinen Mitspieler Paul Weber. Die Nummer sechs des TSV ließ noch drei Sindelfinger stehen und erzielte aus spitzem Winkel das 1:0 für die Hausherren. Das Gegentor zeigte Wirkung. Während die Ilshofener minütlich mehr Sicherheit ausstrahlten, verlor der VfL immer mehr seinen Faden. Glück hatten die Gäste zwei Minuten später, dass Benjamin Kurz nach feiner Vorlage von TSV-Spielertrainer Ralf Kettemann nicht auf 2:0 stellte.

Selbiges holten die Hausherren in der 30. Minute nach. Lars Jäger störte Simon Wilske beim Spielaufbau nicht energisch genug. Dessen Flanke unterlief VfL-Innenverteidiger Frederick Mohr, ehe Benjamin Kurz den Ball aus 15 Metern über den herauseilenden David Kocyba ins Tor lupfte – 2:0. „Wir passen drei Mal nicht auf und liegen 0:2 hinten“, haderte Maik Schütt. Zwar trat sein Team nach dem zweiten Gegentreffer wieder etwas stabiler auf, jedoch lag das auch an den Ilshofenern, die sich vorerst mit der Zwei-Tore-Führung begnügten.

Entschlossen kamen die Gäste nach der Pause wieder auf das Feld zurück und wollten der Partie noch eine Wende geben. Ein Kopfball von Roberto Klug, der nach 50 Minuten knapp über das Tor rauschte, war ein gutes erstes Signal. Allerdings erkannte auch der Tabellendritte die Gefahr und verlagerte das Geschehen wieder näher in Richtung VfL-Gehäuse. In der 54. Minute verhinderten Alexander Gans und David Kocyba gemeinsam das drohende 0:3 gegen Benjamin Kurz. Zwei Minuten später musste es der VfL-Torwart dann selbst richten, als er gegen Michele Varallo zur Stelle war.

Die Bemühungen des VfL waren zu erkennen, an der Umsetzung haperte es aber auch im zweiten Spielabschnitt. „Wir hatten immer wieder gute Ansätze“, erkannte auch Maik Schütt, „aber der letzte Pass hat heute gefehlt.“ So plätscherte das Spiel überwiegend zwischen den beiden Strafräumen vor sich her, ehe sich in den letzten Minuten noch einige Torchancen ergaben. Ilshofens Nicklas Wackler vergab in der 89. Minute aber genauso wie auf der anderen Seite der eingewechselte Max Hasenstab, der aus 15 Metern knapp am gegnerischen Tor vorbeischob.

„Insgesamt war das deutlich besser als im Pokalspiel, aber dafür können wir uns auch nichts kaufen“, fasste Thomas Dietsche die 0:2-Niederlage zusammen. Maik Schütt hakte die Partie noch schneller ab: „Jetzt schütteln wir uns kurz, dann richten wir unser Augenmerk auf das wichtige Heimspiel gegen Öhringen. Es bleibt auf jeden Fall weiterhin spannend.“

VfL Sindelfingen: Kocyba, Gans (81. Minute Molitor), Mohr, Klug, Wetsch, Krauß (81. Minute Sautter), Feigl (73. Minute Hasenstab), Syla, Aleman Solis (73. Minute Mijic), Jäger, Glotzmann

An das Auf und Ab der Sindelfinger Fußballer hat sich SZ/BZ-Mitarbeiter Edip Zvizdiç mittlerweile gewöhnt. Vom Verbandsliga-Klassenerhalt ist der langjährige VfL-Berichterstatter dennoch fest überzeugt.

Quelle: SZ-BZ Online